Sammeln Sie Unterlagen und Dokumente, die den Pflegebedarf belegen können, zum Beispiel Befunde, Röntgenbilder, Gutachten, Arztbriefe usw. 

Um eine Einstufung in die Pflegegrade zu erhalten müssen Sie zunächst bei der zuständigen Pflegekasse einen Antrag auf Pflegegrade stellen. Diesen Antrag können Sie telefonisch beantragen. Sobald die Pflegekasse den Antrag vorliegen hat,  beauftragt sie den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Erstellung des Pflegegutachtens. Dies erfolgt zunächst anhand Ihrer Unterlagen, danach durch einen persönlichen Besuch des Gutachters. Dieser Termin sollte innerhalb von 2 Wochen vom Medizinisch Technischen Dienst (MTD) bei Ihnen angefragt werden. 

Wenn Sie zwischen Antragstellung und Genehmigung eine Pflegeperson benötigen, müssen Sie diese zunächst selbst bezahlen. Wird Ihr Antrag genehmigt, übernimmt die Pflegekasse die Kosten im Nachhinein ab dem Datum der Antragstellung und bis zur Höhe der genehmigten Leistungen. Deshalb sollten Sie unbedingt alle Belege aufbewahren und führen Sie möglichst sofort ein Pflegetagebuch. Dies hilft Ihnen beim konkreten Nachweis des täglichen Pflegebedarfs. 

Einen ersten Anhaltspunkt zur möglichen Einstufung in einen Pflegegrad erhalten Sie auch in unserem Beitrag über die Pflegegrade als Nachfolgeregelung der Pflegestufen, in der wir die Kriterien des MDK kurz erläutern.

Die Pflegegrade erklärt

Antrag auf die Einstufung für einen Pflegegrad

Der Begutachtungstermin

Zum Begutachtungstermin sollte der Pflegebedürftige nicht alleine sein. Manche Pflegebedürftige geben aufgrund des Besuches unfreiwillig ein wesentlich besseres Bild über ihren Zustand ab, als es der Realität entspricht.

Der MDK erstellt nach seinem Besuch ein schriftliches Gutachten zur Pflegesituation und die entsprechende Pflegestufe wird festgelegt. Bei einer Ablehnung des Pflegegrades haben Sie 4 Wochen Zeit dagegen Widerspruch einzulegen.

Nach erfolgreicher Pflegegradierung haben Sie nun mehrere Möglichkeiten: Sie können entweder die Pflegesachleistungen wählen und sich von einem professionellen Pflegeanbieter bei der Pflege unterstützen lassen indem Sie Leistungen der Grundpflege “einkaufen” und die Kosten werden direkt mit Ihrer Pflegekasse abgerechnet, oder aber sie entscheiden sich für das monatliche Pflegegeld.